30%-Naturschutzziel: Wenn Klimaschutz die Ärmsten trifft
Naturschutz und soziale Gerechtigkeit müssen zusammen gedacht werden, um gesellschaftliche Akzeptanz für den Erhalt der Biodiversität zu sichern. Schutzmaßnahmen, die vulnerable Bevölkerungsgruppen ausgrenzen, untergraben langfristig sowohl den sozialen Zusammenhalt als auch die Legitimität von Umweltpolitik. Eine inklusive Gestaltung von Naturschutzprozessen ist deshalb nicht nur ein ethisches Gebot, sondern auch eine Voraussetzung für ihre Wirksamkeit.
Die Forschung liefert wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung internationaler Naturschutzpolitik: Partizipation und Rechtssicherheit für lokale Gemeinschaften müssen integraler Bestandteil von Schutzgebietskonzepten werden. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern – mit seinen Nationalparks und Biosphärenreservaten – stellt sich ebenfalls die Frage, wie ländliche Bevölkerung und Landnutzer fair in Schutzentscheidungen einbezogen werden. Zukunftsfähige Naturschutzkonzepte setzen auf Ko-Management statt Ausgrenzung.