Arktisches Meereis im Mai 2026: Rückgang setzt sich fort
Das arktische Meereis lag im Mai 2026 erneut deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt der Referenzperiode 1991–2020, wie Daten des Copernicus Climate Change Service zeigen. Der strukturelle Rückgang von rund 12 Prozent pro Jahrzehnt im September-Minimum setzt sich damit auch in der Schmelzsaison fort. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet diese Entwicklung mittelfristig veränderte Wetterextreme und Windmuster, die Standortplanung für Onshore- und Offshore-Windenergie sowie Hochwasserschutz an der Küste zunehmend beeinflussen. Der Befund unterstreicht den Handlungsdruck, die regional verfügbaren erneuerbaren Potenziale – von Windkraft bis Solarenergie – konsequent und sozialverträglich auszubauen.
Der fortschreitende Meereisschwund ist kein Wetterphänomen, sondern Folge einer globalen Erwärmung, die laut IPCC AR6 (2021) eindeutig menschengemacht ist. Politisch relevant: Die Arktis-Anrainerstaaten – darunter Russland, die USA, Norwegen und Kanada – nutzen den Eisrückgang, um neue Schifffahrtsrouten und fossile Rohstoffvorkommen zu erschließen, statt die Ursache zu bekämpfen. Solange Deutschland und die EU fossile Energieträger weiter subventionieren – laut IMF-Schätzung 2023 weltweit rund 7 Billionen US-Dollar jährlich –, beschleunigen sie genau den Prozess, dessen Folgen sie in Arktis-Strategiepapieren beklagen.