Australiens Oberstes Gericht verhandelt erstmals Klimaklage
Gerichtliche Entscheidungen zur Klimaverantwortung von Industrieprojekten stärken demokratische Kontrollmechanismen und ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, ihre Umweltrechte wirksam einzuklagen. Eine positive Entscheidung würde international signalisieren, dass Scope-3-Emissionen bei Genehmigungsverfahren nicht länger ignoriert werden dürfen – ein entscheidender Schritt für einen rechtsbasierten Klimaschutz in offenen Gesellschaften.
Das Verfahren reiht sich in eine wachsende Zahl internationaler Klimaklagen ein, die das Instrument der Umweltverträglichkeitsprüfung als Hebel für ambitionierteren Klimaschutz nutzen. Für Europa und Deutschland ist die Frage, wie weit der Begriff der lokalen Umweltauswirkungen bei fossilen Projekten gefasst wird, ebenfalls hochrelevant – entsprechende Verfahren sind auch hierzulande denkbar. Das Urteil des australischen Höchstgerichts könnte als Präzedenzfall dienen und die Rechtsentwicklung in der EU beschleunigen.