Bluttest könnte Depressionsdiagnose revolutionieren
Depressionen gehören zu den häufigsten und folgenreichsten Erkrankungen unserer Zeit – schnellere und treffsicherere Diagnosen würden Betroffenen früher Zugang zu Behandlung ermöglichen und Leidenswege verkürzen. Ein biologischer Marker würde zudem die gesellschaftliche Stigmatisierung psychischer Erkrankungen reduzieren, indem er deren körperliche Grundlage sichtbarer macht.
In der Versorgungsrealität – auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo Wartezeiten auf Psychotherapie besonders lang sind – könnte ein Bluttest die Triage in der psychiatrischen Grundversorgung verbessern. Die Forschung steht noch am Anfang, aber der Ansatz zeigt, wie molekularbiologische Methoden die klinische Psychiatrie grundlegend transformieren könnten. Für Hausarztpraxen im ländlichen Raum wäre ein einfacher Bluttest ein niedrigschwelliges Diagnosewerkzeug mit großem Potenzial.