Bosnien nach Schmidt: Was kommt nach dem Friedensbeauftragten?
Bosnien-Herzegowina ist ein Prüfstein für die Fähigkeit Europas, ethnisch gespaltene Gesellschaften durch internationale Institutionen zu stabilisieren und an demokratische Standards heranzuführen. Ein Wegfall des Hohen Repräsentanten ohne tragfähige Alternative würde ein Machtvakuum schaffen, das nationalistische Kräfte nutzen könnten – mit Folgen weit über die Region hinaus.
Europas Umgang mit dem Westbalkan wird zunehmend zur Bewährungsprobe für den Multilateralismus: Scheitert die Friedensarchitektur in Bosnien, verliert die EU an Glaubwürdigkeit als Stabilitätsanker. Konkret braucht es jetzt eine rasche Nachfolgeregelung und eine ehrliche Debatte darüber, welche Instrumente internationale Friedenssicherung im 21. Jahrhundert noch trägt.