Bürgergeld-Sanktionen: Rostocker Firmen lehnen Karenztage ab
Sozialpolitische Weichenstellungen beim Bürgergeld betreffen in Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich viele Menschen – das Land hat eine der höchsten Grundsicherungsquoten in Deutschland. Wer Sanktionspolitik macht, ohne die Realität von Langzeitarbeitslosen auf dem Land zu kennen, riskiert, Menschen weiter zu marginalisieren statt ihnen Perspektiven zu eröffnen. Konstruktive Sozialpolitik müsste stattdessen fragen, welche Unterstützungsstrukturen tatsächlich in die Arbeit führen.
Für MV ist das keine abstrakte Bundespolitik: In Regionen wie Ludwigslust-Parchim oder Vorpommern fehlt es nicht an Sanktionswillen, sondern an funktionierenden Jobangeboten, Mobilität und Kinderbetreuung. Wenn Firmen selbst Karenztage ablehnen, zeigt das, dass die Debatte an der betrieblichen Realität vorbeigeht. Gefragt sind Modelle, die lokale Jobcenter, Unternehmen und Sozialarbeit besser vernetzen – nicht weitere Drohkulissen.