Demmin: Bündnis stellt sich rechtsextremem Fackelmarsch entgegen
Erinnerungskultur ist kein neutrales Terrain – wer bestimmt, woran wie erinnert wird, hat Einfluss auf politische Identitäten und gesellschaftliche Narrative. Wenn Rechtsextreme Orte des Kriegstraumas für Aufmärsche nutzen, greifen sie in das kollektive Gedächtnis einer ganzen Region ein. Der zivilgesellschaftliche Widerstand in Demmin schützt nicht nur den historischen Ort, sondern auch das Recht der Betroffenen und Nachkommen auf würdevolles Gedenken ohne rechte Deutungshoheit.
Demmin ist kein Einzelfall – in mehreren ostdeutschen Städten versuchen Rechtsextreme regelmäßig, historische Gedenktage für ihre Zwecke zu kapern. Dass ein Aktionsbündnis vor Ort Gegenprotest organisiert, zeigt: Die Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist handlungsfähig und bereit, öffentlichen Raum einzufordern. Für die Demokratiearbeit in der Region ist es entscheidend, solche Bündnisse dauerhaft zu stärken und nicht nur anlassbezogen zu mobilisieren. Der 8. Mai als Tag der Befreiung darf kein Rekrutierungsanlass für Rechtsextreme werden.