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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Demmin: Bündnis stellt sich rechtsextremem Fackelmarsch entgegen

In Demmin versuchten Rechtsextreme erneut, den 8. Mai mit einem Fackelmarsch für ihre Zwecke zu nutzen und den historischen Massensuizid am Kriegsende politisch zu instrumentalisieren. Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis stellte sich dem Aufmarsch entgegen und setzte damit ein deutliches Zeichen demokratischer Gegenwehr. Der Gegenprotest zeigt, dass organisiertes bürgerschaftliches Engagement rechte Vereinnahmung von Gedenkorten verhindern kann. Demmin erinnert so nicht nur an eine Tragödie, sondern auch daran, wer das Recht auf Erinnerung verteidigt.

Erinnerungskultur ist kein neutrales Terrain – wer bestimmt, woran wie erinnert wird, hat Einfluss auf politische Identitäten und gesellschaftliche Narrative. Wenn Rechtsextreme Orte des Kriegstraumas für Aufmärsche nutzen, greifen sie in das kollektive Gedächtnis einer ganzen Region ein. Der zivilgesellschaftliche Widerstand in Demmin schützt nicht nur den historischen Ort, sondern auch das Recht der Betroffenen und Nachkommen auf würdevolles Gedenken ohne rechte Deutungshoheit.

Demmin ist kein Einzelfall – in mehreren ostdeutschen Städten versuchen Rechtsextreme regelmäßig, historische Gedenktage für ihre Zwecke zu kapern. Dass ein Aktionsbündnis vor Ort Gegenprotest organisiert, zeigt: Die Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist handlungsfähig und bereit, öffentlichen Raum einzufordern. Für die Demokratiearbeit in der Region ist es entscheidend, solche Bündnisse dauerhaft zu stärken und nicht nur anlassbezogen zu mobilisieren. Der 8. Mai als Tag der Befreiung darf kein Rekrutierungsanlass für Rechtsextreme werden.