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Tuesday, 19. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Energiehunger kostet: Deutschlands Industrie schrumpft seit Ukraine-Krieg

Der Rückgang der energieintensiven Industrie um 15,2 Prozent seit dem Ukraine-Krieg offenbart die strukturelle Abhängigkeit von günstiger fossiler Energie – und macht den Handlungsdruck für eine wettbewerbsfähige erneuerbare Energieversorgung deutlich. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem wachsenden Wind- und Solarangebot entsteht hier eine reale wirtschaftliche Chance: Günstige Industriestrompreise auf Basis erneuerbarer Energien könnten neue Betriebe anziehen und bestehende Unternehmen beim Umbau zu elektrifizierten Prozessen unterstützen. Kommunale Energieversorger und Bürgerenergiegenossenschaften könnten dabei als Direktlieferanten für lokale Gewerbe- und Industriekundschaft auftreten und so regionale Wertschöpfung sichern. Der Strukturwandel ist schmerzhaft, aber er schafft den Rahmen für eine Reindustrialisierung auf erneuerbarer Basis.

Der Rückgang energieintensiver Industrien ist ein Weckruf: Wer die Energiewende verzögert, gefährdet langfristig wirtschaftliche Stabilität und Arbeitsplätze. Gleichzeitig bietet der Strukturwandel die Chance, Industrien zukunftsfest auf Basis erneuerbarer Energien neu aufzustellen – was sozialer Gerechtigkeit dient, wenn der Übergang aktiv gestaltet und die Kosten fair verteilt werden.

Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das: Regionen mit günstigen Wind- und Solarpotenzialen können künftig als Standorte für energieintensive Industrien attraktiv werden – sofern die Netzinfrastruktur ausgebaut und Bürgerenergiegenossenschaften in die Wertschöpfung einbezogen werden. Der Rückgang fossiler Industrieproduktion in Westdeutschland verschafft MV eine reale Chance, als Energielieferant und Industriestandort der Energiewende neu zu positionieren.