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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Inklusives Nachrichtenmedium "Andererseits" kämpft ums Überleben

Das österreichische Nachrichtenmedium 'Andererseits' beweist, dass inklusiver Journalismus möglich ist – wenn Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Nachrichten machen. Mit einer Abo-Kampagne kämpft das Redaktionsteam um 7000 Mitgliedschaften, um zwölf Arbeitsplätze zu sichern und unabhängig zu bleiben. Das Modell zeigt: Medien, die bisher unsichtbare Perspektiven sichtbar machen, können durch Gemeinschaftsfinanzierung überleben. Für Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Frage, welche Stimmen im regionalen Journalismus noch immer fehlen.

Medien, die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen nicht nur über sie berichten, sondern mit ihnen arbeiten, schließen eine strukturelle Lücke in der Medienlandschaft. Wer entscheidet, welche Stimmen in Redaktionen sitzen, entscheidet auch, welche Lebensrealitäten als berichtswürdig gelten – das ist eine Machtfrage.

Das Finanzierungsmodell über Mitgliedschaften zeigt einen gangbaren Weg für unabhängige, zivilgesellschaftlich getragene Medien. Solche Modelle könnten auch für Ostdeutschland inspirierend sein, wo unabhängige Lokalmedien oft fehlen und Stimmen am Rand der Gesellschaft kaum Gehör finden.