Iran-Konflikt verändert Allianzen im Nahen Osten
Ein eskalierender Konflikt um die Straße von Hormus, durch die vor Kriegsbeginn ein Fünftel des weltweiten Ölangebots floss, bedroht die Energiesicherheit Europas und damit auch Deutschlands direkt. Die Verschiebung regionaler Allianzen und die Einbeziehung Chinas als möglichen Vermittler zeigen, wie stark multilaterale Strukturen unter Druck geraten – ein zentrales Thema für offene Gesellschaften, die auf regelbasierte internationale Ordnung angewiesen sind.
Der Konflikt verdeutlicht, wie fragil bestehende Bündnissysteme wie die Abraham-Abkommen unter militärischem Druck werden. Für Europa und Deutschland stellt sich die Frage, welche eigene diplomatische Rolle die EU in dieser Neuordnung einnehmen kann und will. Langfristig unterstreicht der Konflikt die Dringlichkeit, Europas Energieabhängigkeit von fossilen Importen aus der Region weiter zu reduzieren.