Irlands Kraftstoffblockaden: Wenn Klimaabgaben zur Kulisse für Rassismus werden
Proteste, die sich wirtschaftlicher Nöte bedienen und dabei gezielt rassistische und antidemokratische Narrative einspeisen, sind keine irische Besonderheit – dieses Muster kennen wir in Deutschland, besonders in Ostdeutschland, seit den 1990er Jahren. Wenn fossile Interessen und rechte Bewegungen gemeinsam auftreten, werden die Schwächsten – Minderheiten, Migrantinnen und Migranten – zur Zielscheibe. Für eine offene Gesellschaft ist es entscheidend, diese Verbindungen sichtbar zu machen, statt Proteste unkritisch als legitimen Volksaufstand zu verklären.
Irland zeigt exemplarisch, wie demokratische Institutionen unter Druck geraten, wenn Wirtschaftslobby und Rechtspopulismus Hand in Hand arbeiten. Die irische Zivilgesellschaft und mutige Einzelpersonen wie Senatorin Eileen Flynn stehen für eine klare Gegenposition. Für europäische Demokratien – auch Deutschland – stellt sich die Frage, wie Kohlenstoffpreise sozial gerecht gestaltet werden können, ohne Einfallstor für antidemokratische Mobilisierung zu werden. Das ist eine Aufgabe, bei der zivilgesellschaftliche Akteure und Kommunalpolitik gefragt sind.