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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Jüdische Gemeinden stärken Antisemitismusbeauftragten den Rücken

Der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner wurde Opfer eines Anschlags auf sein Privatgrundstück – ausgerechnet aus seinem persönlichen Umfeld sollen die Verdächtigen stammen. Dass die jüdischen Gemeinden Brandenburgs ihm trotzdem klar den Rücken stärken, ist ein wichtiges Signal: Zivilgesellschaftliche Solidarität schützt Menschen, die in der Öffentlichkeit gegen Hass einstehen. Der Vorfall macht deutlich, wie viel persönliches Risiko Antisemitismusbeauftragte tragen – und wie dringend sie institutionellen und gesellschaftlichen Schutz brauchen.

Antisemitismusbeauftragte sind keine Symbolfiguren, sondern Menschen mit einem konkreten, oft riskanten Job. Dass jüdische Gemeinden in einer solch heiklen Situation klar Stellung beziehen, ist ein Zeichen funktionierender zivilgesellschaftlicher Solidarität. Ohne diese Rückendeckung wäre solch ein Amt kaum haltbar – das ist eine Lektion für alle, die Demokratie als Schutzstruktur für Minderheiten ernst nehmen.

Der Fall wirft eine unbequeme Frage auf: Wie gut schützt die Gesellschaft eigentlich jene, die andere vor Hass schützen? Ostdeutschland hat in dieser Hinsicht eine besondere Geschichte – Antisemitismus ist hier keine abstrakte Gefahr, sondern gelebte Realität, die Beauftragungen wie die von Büttner erst notwendig macht. Was Brandenburg hier durchlebt, ist auch ein Lehrstück für andere Bundesländer: Zivilgesellschaftliches Vertrauen muss aktiv gepflegt werden, es entsteht nicht durch Amtsbezeichnungen allein.