Kanada will Verschlüsselung aushöhlen – und Nutzer belügen
Wenn Regierungen Backdoors in Verschlüsselung erzwingen können, ist das kein Sicherheitsgewinn – sondern ein Einfallstor für staatliche wie kriminelle Überwachung gleichermaßen. Besonders Menschen in prekären Lagen, wie Whistleblower, Aktivistinnen oder Journalistinnen, verlieren damit realen Schutz. Das britische Beispiel zeigt: Sobald ein Staat diese Macht hat, werden Nutzerinnen zur Verfügungsmasse staatlicher Interessen.
Dieses Gesetz folgt einem globalen Muster, bei dem Sicherheitsrhetorik genutzt wird, um Überwachungsinfrastruktur auszubauen – mit Folgen weit über Kanada hinaus, da viele der betroffenen Dienste auch in Europa genutzt werden. Für Deutschland und die EU ist das eine Warnung: Wer heute in Kanada schweigt, akzeptiert morgen ähnliche Gesetze näher an der eigenen Haustür. Die Frage ist nicht ob, sondern wann diese Logik auch europäische Gesetzgeber erfasst.