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Thursday, 21. May 2026
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International

Kokainhandel: Deutschland braucht globale Strategie gegen Kriminalität

Der internationale Kokainhandel stellt Deutschland vor Herausforderungen, die weit über rein innenpolitische Lösungsansätze hinausgehen. Experten sprechen sich für eine kohärente Außen- und Entwicklungspolitik aus, die zivilgesellschaftliche Strukturen in südamerikanischen Herkunftsländern gezielt stärkt. Strukturelle Ursachenbekämpfung und die Einbindung lokaler Akteure gelten dabei als wirksamer und nachhaltiger als kurzfristige Repressionsmaßnahmen. Für Mecklenburg-Vorpommern als Küstenland mit bedeutenden Hafenstandorten ist eine solche globale Strategie auch im Hinblick auf den Schutz vor organisierter Kriminalität von direkter Relevanz.

Organisierte Kriminalität untergräbt demokratische Strukturen weltweit und wirkt sich über Lieferketten, Geldwäsche und gesellschaftliche Destabilisierung auch auf Europa aus. Eine zivilgesellschaftlich verankerte Strategie stärkt Rechtsstaatlichkeit und Partizipation in fragilen Staaten und schützt so indirekt auch offene Gesellschaften in Deutschland.

Deutschland spielt als eines der größten Konsumländer für Kokain eine zentrale Rolle im globalen Drogenhandel – und trägt damit Mitverantwortung. Entwicklungspolitische Investitionen in legale Wirtschaftsalternativen und die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Strukturen in Lateinamerika wären wirksamer als rein repressive Ansätze. Eine solche Strategie würde auch deutschen Außenpolitikzielen wie Demokratieförderung und nachhaltiger Entwicklung entsprechen.