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Tuesday, 19. May 2026
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Landkreis Rostock: Beratungsstelle für Gewaltopfer kehrt zurück

Im Landkreis Rostock soll eine Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt nach über einem Jahr Pause wiedereröffnet werden. Das ist eine wichtige Nachricht für alle, die in dieser Zeit ohne wohnortnahe Unterstützung auskommen mussten. Offen bleibt aber, wie die Stelle tatsächlich in der Fläche erreichbar sein wird und was Menschen in abgelegenen Orten des Landkreises davon haben, wenn Beratung nur in der Kreisstadt angeboten wird. Jetzt kommt es darauf an, dass Träger, Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam sicherstellen, dass das Angebot nicht nach der Pressemitteilung versandet.

Beratungsstrukturen für Gewaltopfer sind keine Kür, sondern Grundversorgung – ihr Wegfall trifft besonders Menschen in ländlichen Regionen ohne eigenes Auto oder soziales Netz hart. Dass eine solche Lücke über ein Jahr bestehen konnte, zeigt, wie fragil diese Strukturen finanziert und abgesichert sind. Stabile, langfristig geförderte Anlaufstellen sind eine Voraussetzung dafür, dass Betroffene überhaupt den Weg aus der Gewalt finden.

Die Wiedereröffnung ist ein positives Signal, aber die entscheidende Frage bleibt: Ist die Beratungsstelle nur in der Kreisstadt erreichbar oder auch für Menschen in Dörfern ohne ÖPNV? Ein Angebot, das nur auf dem Papier existiert oder nur für jene erreichbar ist, die ohnehin mehr Ressourcen haben, verfehlt seinen Zweck. Kommunen und Land müssen sicherstellen, dass Förderstrukturen nicht immer wieder wegbrechen und Betroffene jahrelang ohne Hilfe dastehen.