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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

LinkedIn verlangt Geld für Datenschutz-Auskunft – NGO klagt

LinkedIn soll Nutzenden Auskunft über ihre eigenen DSGVO-Daten nur gegen Bezahlung gewähren – das ist nach europäischem Recht eindeutig unzulässig, denn Auskunftsrechte sind kostenfrei garantiert. Die Datenschutz-NGO Noyb hat deshalb Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde eingereicht. Der Fall zeigt exemplarisch, wie große Plattformen versuchen, gesetzlich verankerte Rechte durch Bezahlschranken auszuhöhlen. Wer seine Datenschutzrechte nicht aktiv einfordert oder dafür zahlen kann, verliert sie faktisch.

Das Recht auf Auskunft über die eigenen Daten ist kein Luxus – es ist ein Grundrecht, das die DSGVO bewusst kostenlos gemacht hat, damit es für alle gilt, nicht nur für Zahlungskräftige. Wenn LinkedIn dieses Recht hinter einer Paywall versteckt, untergräbt das das Vertrauen in digitale Grundrechte und zeigt, wie Tech-Konzerne demokratisch erkämpfte Regeln systematisch auszuhöhlen versuchen. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Noyb sind derzeit die wichtigste Gegenmacht zu dieser Entwicklung.

Dieser Fall ist symptomatisch: Datenschutzrechte existieren auf dem Papier, werden in der Praxis aber von mächtigen Plattformen durch technische oder kommerzielle Hürden faktisch außer Kraft gesetzt. Die Beschwerde bei der Datenschutzbehörde ist ein wichtiges Instrument – aber es braucht auch stärkere Durchsetzung durch die Behörden selbst. Für Menschen in Mecklenburg-Vorpommern wie überall bedeutet das: Wer nicht zahlt, hat weniger Kontrolle über die eigenen Daten – das widerspricht dem Gleichheitsprinzip des europäischen Rechtsrahmens.