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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Malediven: Zwei Journalisten wegen Dokumentarfilm inhaftiert

Auf den Malediven wurden zwei Journalisten des Portals Adhadhu inhaftiert, weil sie kritisch über Präsident Muizzu berichteten – einer davon bereits für eine Frage auf einer Pressekonferenz. Die Fälle zeigen, wie Machtinhaber Justiz und Polizei gezielt einsetzen, um freie Berichterstattung zu unterbinden. Solche systematischen Angriffe auf Pressefreiheit – Razzien, Reiseverbote, Schweigeanordnungen – sind kein Einzelfall, sondern ein bewährtes Unterdrückungsmuster. Internationale Aufmerksamkeit und Solidarität mit betroffenen Redaktionen sind konkrete Mittel, mit denen Medienschaffende und Zivilgesellschaft weltweit Druck erzeugen können.

Wenn ein Präsident Journalisten einsperren lassen kann, die unbequeme Fragen stellen, ist das kein Einzelfall – das ist ein Warnsignal für jede Gesellschaft, in der Mächtige Kritik fürchten. Pressefreiheit schützt nicht nur Journalisten, sondern alle, deren Missbrauch, Korruption oder Fehlverhalten sonst im Verborgenen bliebe. Besonders Frauen, die in der Dokumentation zu Wort kamen, verlieren mit dem Verstummen der Presse eine der wenigen Plattformen, die ihre Erfahrungen sichtbar macht.

Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie Regierungen juristische Mittel – Schweigegebote, Hausdurchsuchungen, Reiseverbote – gezielt einsetzen, um investigativen Journalismus zu ersticken, bevor er Wirkung entfalten kann. Das Muster ist nicht maledivisch-exotisch: Es ist dasselbe, das Pressefreiheitsorganisationen auch aus Ungarn, der Türkei oder Russland dokumentieren. Für das internationale demokratische Ökosystem ist entscheidend, dass solche Fälle benannt, öffentlich gemacht und diplomatisch thematisiert werden – Schweigen ist keine neutrale Haltung.