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Tuesday, 19. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Meeresspiegel steigt schneller als prognostiziert – Küstenschutz hinkt hinterher

Aktuelle Satellitendaten des Copernicus Climate Change Service deuten auf eine Beschleunigung des globalen Meeresspiegelanstiegs hin, der aktuell über dem langjährigen Trendwert von 4,5 mm pro Jahr liegt. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner rund 1.900 Kilometer langen Küstenlinie ist das eine direkte Herausforderung: Bestehende Küstenschutzkonzepte wurden auf Basis älterer Projektionen entwickelt und müssen dringend an die aktuellen Messdaten angepasst werden. Kommunen und Landkreise entlang der Ostseeküste sollten jetzt prüfen, welche Deich- und Küstenschutzmaßnahmen vorgezogen oder verstärkt werden müssen, bevor Förderbudgets und Planungskapazitäten unter Druck geraten. Wichtig: Die im Artikel genannten C3S-Werte für Mai 2026 sind noch nicht final belegt und müssen vor Veröffentlichung gegen die Originaldaten abgeglichen werden.

Die Bundesregierung hat den Küstenschutz bisher überwiegend als Ländersache behandelt und die Bundesmittel nicht an die beschleunigte Dynamik angepasst. Das IPCC-Szenario SSP2-4.5 rechnet bis 2100 mit bis zu 0,77 Meter Anstieg – aktuelle Messreihen deuten darauf hin, dass selbst diese Projektion konservativ sein könnte. Wer weiter fossile Infrastruktur subventioniert – laut Umweltbundesamt 2023 rund 65 Milliarden Euro klimaschädliche Subventionen jährlich – finanziert die Fluten mit, gegen die er dann Deiche bauen muss.