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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Polen 2036: Wie widerstandsfähig ist Zivilgesellschaft wirklich?

Die Stefan-Batory-Stiftung entwickelt bis 2036 ein Zukunftsprojekt für die polnische Zivilgesellschaft, das verschiedene Szenarien durchspielt und Organisationen helfen soll, sich auf politischen Druck, Finanzierungsunsicherheit und gesellschaftliche Krisen vorzubereiten. Hintergrund ist eine weitverbreitete Erschöpfung im gemeinnützigen Sektor, der unter prekären Arbeitsbedingungen und unsicherer Förderstruktur leidet. Methodisch setzt das Projekt auf Expertenbefragungen und Szenarioentwicklung als praktisches Planungsinstrument. Die Ergebnisse könnten weit über Polen hinaus als Orientierung dienen – auch für Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern, die ähnliche Strukturprobleme kennt.

Zivilgesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit – sie braucht stabile Strukturen, faire Bezahlung und langfristige Finanzierung, damit nicht nur Burn-out-resistente Idealisten übrig bleiben. Ein vorausschauendes Denken für den Sektor stärkt demokratische Resilienz genau dort, wo staatliche Institutionen an ihre Grenzen stoßen. Wer heute nicht fragt, wie Zivilgesellschaft 2036 aussehen soll, wird morgen feststellen, dass sie still verschwunden ist.

Der methodische Ansatz dieses Projekts ist übertragbar – auch für ostdeutsche Zivilgesellschaft, die ähnliche strukturelle Probleme kennt: Unterfinanzierung, Fachkräftemangel und die ständige Frage, ob die eigene Arbeit überhaupt gehört wird. In MV wie in Polen arbeiten viele Organisationen am Limit, ohne strategischen Horizont. Ein solches Foresight-Format könnte auch hier helfen, aus dem Krisenmodus herauszukommen und gemeinsam Zukunft zu gestalten statt sie zu erleiden.