Queerer Verband: Staat versagt beim Schutz vor Hasskriminalität
Wenn Millionen Menschen ihren Alltag mit dem Gefühl gestalten, nicht geschützt zu sein, ist das kein Randthema – das ist eine Grundrechtsfrage. Ein Staat, der bestimmte Gruppen faktisch schutzlos lässt, untergräbt das Vertrauen in demokratische Institutionen insgesamt. Die Forderung nach einer Grundgesetzergänzung zeigt: Zivilgesellschaft füllt Lücken, die die Politik offen lässt.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo queere Sichtbarkeit im ländlichen Raum oft noch mit sozialer Isolation verbunden ist, trifft dieses Thema besonders hart. Hasskriminalität gegen queere Menschen ist kein Berliner Problem – die Dunkelziffern in der Fläche sind strukturell höher, weil Betroffene weniger Anlaufstellen und weniger Öffentlichkeit haben. Eine Grundgesetzänderung würde auch kommunale Behörden in MV stärker in die Pflicht nehmen.