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Thursday, 21. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Riesen-Tauchsieder für grüne Fernwärme: Modell für den Norden?

Power-to-Heat-Anlagen wandeln überschüssigen Windstrom in Fernwärme um, statt ihn kostspielig abzuregeln – ein Ansatz, der für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen starken Windkapazitäten besonders interessant ist. Das Berliner Pilotprojekt von 50Hertz zeigt, wie Netzstabilität und Wärmewende technisch und wirtschaftlich zusammengedacht werden können. Gerade Städte wie Rostock, Schwerin oder Greifswald mit bestehenden Fernwärmenetzen könnten von ähnlichen Anlagen profitieren und gleichzeitig Abregelungskosten senken. Bürgerenergiegenossenschaften könnten als Betreibermodell eingebunden werden, um die Wertschöpfung in der Region zu halten.

Power-to-Heat verbindet zwei drängende Probleme der Energiewende: Abregelung von Erneuerbaren bei Netzüberlastung und fossile Fernwärme in Städten. Wer Fernwärme nutzt, profitiert direkt von sinkenden CO2-Emissionen ohne eigene Investitionen – das macht dieses Modell besonders sozial gerecht. Zugleich stärkt es die Versorgungssicherheit, weil Überschussstrom sinnvoll genutzt statt vernichtet wird.

50Hertz ist auch der zuständige Übertragungsnetzbetreiber für Mecklenburg-Vorpommern, wo Windstrom-Abregelung ein massives und teures Problem darstellt. Schwerin, Rostock und Greifswald betreiben eigene Fernwärmenetze, die heute noch großteils fossil gespeist werden – hier liegt enormes Potenzial für identische Anlagen. Die Technologie ist erprobt, die Kosten sinken, und kommunale Stadtwerke könnten in Partnerschaft mit 50Hertz ähnliche Projekte realisieren. Bürgerenergiegenossenschaften könnten perspektivisch als Wärmeabnehmer oder Mitfinanzierer eingebunden werden.