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Tuesday, 19. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Russisches LNG: Norddeutsche Terminals finanzieren Putins Krieg mit

Trotz gegenteiliger Zusagen gelangt russisches Flüssiggas weiterhin über norddeutsche LNG-Terminals ins Netz und finanziert damit indirekt Russlands Kriegskasse. Der Vorfall offenbart eine erhebliche Lücke zwischen politischen Bekenntnissen zur Energieunabhängigkeit und der tatsächlichen Importpraxis. Für Mecklenburg-Vorpommern macht das deutlich, wie dringend belastbare Kontrollmechanismen und ein konsequentes Sanktionsregime gebraucht werden. Gleichzeitig unterstreicht es die strategische Bedeutung des weiteren Ausbaus heimischer erneuerbarer Energien, um echte Unabhängigkeit von fossilen Importen zu erreichen.

Wer Energieunabhängigkeit von Russland fordert, muss sie auch durchsetzen – nicht nur auf dem Papier. Solange Schlupflöcher im LNG-Handel offen bleiben, untergraben Staaten und Unternehmen glaubwürdig ihre eigene Sicherheitspolitik und zahlen faktisch mit in einen Angriffskrieg. Für eine offene Gesellschaft ist es unzumutbar, wenn wirtschaftliche Interessen Sanktionszusagen dauerhaft aushöhlen.

Norddeutschland war Vorreiter beim Aufbau von LNG-Infrastruktur als Reaktion auf die Energiekrise – doch die Kontrolle über die Herkunft des Gases bleibt schwach. Für Mecklenburg-Vorpommern, das selbst mit den Nachwirkungen von Nord Stream und russischer Energieabhängigkeit zu kämpfen hat, ist das ein deutliches Signal: Strukturwandel in der Energiepolitik braucht nicht nur neue Terminals, sondern echte Transparenz und Sanktionsdurchsetzung. Die Energiewende gewinnt nur an Glaubwürdigkeit, wenn solche Lücken geschlossen werden.