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Thursday, 21. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Schleppnetzfischerei: Schäden übersteigen Gewinne laut Studie

Eine Studie der National Geographic Society belegt, dass die ökologischen Schäden der Grundschleppnetzfischerei in europäischen Gewässern die wirtschaftlichen Gewinne deutlich übersteigen. Zerstörte Meeresböden und gefährdete Fischbestände bedrohen langfristig die Grundlage der traditionellen Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern. Für kleinere Betriebe an der Ostseeküste ist eine Abkehr von destruktiven Fangmethoden damit nicht nur ökologisch geboten, sondern auch ökonomisch rational. Gezielte Förderprogramme für selektive Fangtechniken und die Stärkung nachhaltiger Kleinfischerei könnten der Region helfen, ihre maritime Wirtschaft zukunftsfähig aufzustellen.

Wenn industrielle Fischereimethoden langfristig mehr zerstören als sie einbringen, zahlen am Ende alle dafür – über höhere Preise, zusammenbrechende Bestände und öffentliche Mittel für den Wiederaufbau mariner Ökosysteme. Eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung, die externe Schäden einbezieht, ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Wirtschaftspolitik und schützt letztlich auch kleinstrukturierte Fischereien.

Für die Ostseeküste in MV ist diese Debatte konkret: Kleine Küstenfischereien konkurrieren mit industriellen Methoden, die kurzfristig Massen fangen, aber die Lebensgrundlage langfristig zerstören. Politische Konsequenzen auf EU-Ebene, etwa strengere Regulierung der Grundschleppnetzfischerei in Küstennähe, könnten regionalen Betrieben zugutekommen – wenn die Umsetzung nicht wieder im Brüsseler Kompromiss versickert.