Schüler in Schleswig-Holstein protestieren gegen Wehrpflicht
Wenn junge Menschen für ihr Recht auf Selbstbestimmung demonstrieren, stärkt das demokratische Kultur – unabhängig davon, welche Position man zur Wehrpflicht einnimmt. Die Frage, wer über Körper und Lebenszeit junger Menschen entscheidet, ist eine Machtfrage mit erheblicher gesellschaftlicher Tragweite, gerade für diejenigen, die in der politischen Debatte bislang kaum gehört werden.
Schülerproteste dieser Art haben eine Tradition in der Bundesrepublik und erinnern daran, dass Zivilgesellschaft nicht erst mit dem Wahlrecht beginnt. Interessant wäre, wie ähnliche Debatten in MV geführt werden – einem Land, das aufgrund seiner DDR-Geschichte ein besonders sensibles kollektives Gedächtnis gegenüber staatlicher Verfügungsgewalt über Einzelne hat. Die Frage, ob und wie Schulen Raum für solche politischen Meinungsbildungsprozesse geben, bleibt offen.