Schweden stoppt Stromleitung zu Dänemark im EU-Netzstreit
Ein funktionierendes europäisches Stromnetz ist die Grundvoraussetzung dafür, dass erneuerbare Energien dorthin fließen, wo sie gebraucht werden – Blockaden beim Leitungsausbau verzögern die Energiewende für alle. Die Frage, wer Einnahmen aus grenzüberschreitenden Kapazitäten erhält, ist auch eine Gerechtigkeitsfrage: Reiche Transitländer könnten unverhältnismäßig profitieren, während Verbraucherinnen und Verbraucher anderswo höhere Preise zahlen.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Streit kein abstraktes Brüsseler Problem: Die Ostsee ist eines der wichtigsten Gebiete für Offshore-Windkraft in Europa, und geplante Verbundleitungen durch die Region hängen von einem funktionierenden EU-Rechtsrahmen ab. Stockt die Netzintegration im Ostseeraum, verzögert das auch Investitionen in Windparks und Speicherkapazitäten vor der Küste MVs. Kommunale Energieprojekte und Bürgerenergiegenossenschaften in MV sollten die Entwicklung dieses Konflikts genau verfolgen, da stabile Einnahmemodelle für Netzkapazitäten auch ihre Finanzierungsgrundlagen beeinflussen.