Tausende in London: Kundgebung gegen Antisemitismus vor Downing Street
Wenn Zehntausende gegen Antisemitismus auf die Straße gehen, ist das ein Zeichen, dass zivilgesellschaftlicher Druck funktioniert – und dass Minderheiten nicht warten können, bis die Politik handelt. Für eine offene Gesellschaft ist es entscheidend, dass der Schutz jüdischen Lebens nicht zum Parteienstreit verkommt, sondern als gemeinsame Verantwortung verstanden wird. Die Sichtbarkeit der Bürgerrechtsbewegung gegen Antisemitismus ist ein Modell, das auch in Deutschland – wo antisemitische Vorfälle ebenfalls steigen – Orientierung bieten kann.
Die Kundgebung zeigt, wie zivilgesellschaftliche Koalitionen aus über 30 Organisationen politischen Druck erzeugen können, wenn staatliche Institutionen zögerlich wirken. Bemerkenswert ist, dass parteiübergreifende Präsenz eingefordert wurde – das ist kein Selbstläufer in polarisierten Demokratien. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern, wo antisemitische Übergriffe in den letzten Jahren ebenfalls zugenommen haben, stellt sich die Frage: Wie gut vernetzt und sichtbar sind hiesige Initiativen gegen Antisemitismus – und wer trägt sie?