Tennessee verbietet Klassiker "Roots" aus Schulbibliotheken
Bücher zu verbieten, die die Geschichte von Versklavten und Unterdrückten erzählen, ist kein administrativer Akt – es ist ein politischer Eingriff in kollektives Gedächtnis und Bildungsgerechtigkeit. Wer bestimmt, welche Geschichten Kinder kennen dürfen, bestimmt auch, welche Perspektiven als gesellschaftlich wertvoll gelten. Das trifft immer zuerst jene, deren Erfahrungen ohnehin selten im Mittelpunkt stehen.
Bücherverbote sind kein amerikanisches Randphänomen – sie sind ein Warnsignal für den Zustand demokratischer Gesellschaften weltweit. Was in Tennessee passiert, spiegelt einen gezielten Angriff auf Bildungsinhalte wider, der auch in europäischen Debatten an Fahrt gewinnt. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das keine ferne Angelegenheit: Auch hier wird gestritten, welche Erinnerungen Eingang in Schulen finden – und welche nicht.