Ungarn: Staatsgeld für Parteifreunde, Kahlschlag für Literaturzeitschriften
Wenn staatliche Kulturförderung nicht nach Qualität, sondern nach politischer Nähe vergeben wird, stirbt zuerst die unabhängige Stimme in der Gesellschaft. Literaturzeitschriften sind kein Luxus – sie sind Räume, in denen Sprache, Kritik und kulturelle Identität verhandelt werden. Wer sie austrocknet, schafft eine Öffentlichkeit, in der nur noch die Lauten mit Geld gehört werden.
Was in Ungarn gerade mit dem Literaturbetrieb passiert, ist kein Einzelfall, sondern ein bekanntes Muster: Demokratisch legitimierte Institutionen werden nicht verboten, sondern finanziell ausgehungert. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Warnsignal – unabhängige Kulturförderung braucht transparente Vergabekriterien und parlamentarische Kontrolle, keine ministeriellen Ermessensspielräume. Das ungarische Modell zeigt, wohin es führt, wenn beides fehlt.