Ungarns Hochschullehrende fordern akademische Selbstverwaltung zurück
Die Kontrolle von Universitäten durch politisch besetzte Stiftungen untergräbt die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre – eine Grundvoraussetzung für demokratische Gesellschaften. Der Widerstand der Corvinuslehrenden zeigt, dass akademische Selbstverwaltung kein Selbstläufer ist, sondern aktiv verteidigt werden muss. Das Modell ist eine Warnung für alle europäischen Länder, in denen Hochschulautonomie politisch unter Druck gerät.
Das ungarische Beispiel ist keine ferne Exotik – ähnliche Muster politischer Einflussnahme auf Bildungsinstitutionen lassen sich auch in Deutschland beobachten, wenn Förderstrukturen oder Berufungsverfahren politisch unterwandert werden. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Universitäten in Rostock und Greifswald ist die Frage, wie akademische Freiheit institutionell abgesichert wird, unmittelbar relevant. Der Ausschluss aus EU-Programmen zeigt zudem: Politische Einflussnahme hat handfeste finanzielle und wissenschaftliche Konsequenzen.