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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Ungarns Hochschullehrende fordern akademische Selbstverwaltung zurück

Mehr als 150 Lehrende der Budapesti Corvinus Universität wehren sich gegen die politische Vereinnahmung ihrer Hochschule durch das ungarische Stiftungsmodell und fordern demokratische Selbstverwaltung zurück. Sie benennen konkrete Folgen: weniger Studierende, Ausschluss aus EU-Programmen wie Erasmus und Horizon, schwindende akademische Freiheit. Das Manifest zeigt, dass organisierter Widerstand aus den Institutionen selbst möglich ist – und dass Hochschulautonomie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern verteidigt werden muss. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das eine Erinnerung daran, wie wichtig demokratisch legitimierte Strukturen an Hochschulen sind – und wie schnell sie ausgehöhlt werden können, wenn politischer Einfluss ungebremst wirkt.

Die Kontrolle von Universitäten durch politisch besetzte Stiftungen untergräbt die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre – eine Grundvoraussetzung für demokratische Gesellschaften. Der Widerstand der Corvinuslehrenden zeigt, dass akademische Selbstverwaltung kein Selbstläufer ist, sondern aktiv verteidigt werden muss. Das Modell ist eine Warnung für alle europäischen Länder, in denen Hochschulautonomie politisch unter Druck gerät.

Das ungarische Beispiel ist keine ferne Exotik – ähnliche Muster politischer Einflussnahme auf Bildungsinstitutionen lassen sich auch in Deutschland beobachten, wenn Förderstrukturen oder Berufungsverfahren politisch unterwandert werden. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Universitäten in Rostock und Greifswald ist die Frage, wie akademische Freiheit institutionell abgesichert wird, unmittelbar relevant. Der Ausschluss aus EU-Programmen zeigt zudem: Politische Einflussnahme hat handfeste finanzielle und wissenschaftliche Konsequenzen.