US-Gesetz zu KI und Jugendschutz: Datenschutz bleibt auf der Strecke
Gesetze, die Online-Dienste an Identitätsnachweise knüpfen, schaffen Überwachungsinfrastruktur – unabhängig davon, ob die ursprüngliche Absicht gut gemeint ist. Wer keine gültige ID oder kein Bankkonto hat, wird strukturell ausgeschlossen: Das sind überproportional arme Menschen, Migranten, Obdachlose. Digitale Anonymität ist kein Luxus, sondern eine Schutzfunktion für Schwächere.
Die Debatte um den GUARD Act zeigt ein globales Muster: Jugendschutz im Netz wird immer wieder als Türöffner für Überwachungssysteme genutzt. Was in den USA heute als Gesetz diskutiert wird, beeinflusst morgen die europäische Regulierung. Deutschland und die EU stehen vor denselben Fragen rund um Altersverifikation und sollten die amerikanischen Fehler nicht einfach kopieren. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Datenschutzbehörden müssen diese Entwicklungen aktiv beobachten und Gegenmodelle entwickeln.