USA entzieht Journalisten aus Costa Rica Visa als Machtmittel
Pressefreiheit ist keine abstrakte Größe – sie entscheidet darüber, ob Bürgerinnen und Bürger überhaupt erfahren, was mächtige Akteure tun. Wenn ein Staat Visa-Entzug als Bestrafung für missliebige Berichterstattung einsetzt, ist das ein direkter Angriff auf die Grundlage demokratischer Kontrolle. Für Menschen ohne Lobby – also für die meisten – ist eine funktionierende unabhängige Presse oft die einzige Instanz, die Machtmissbrauch sichtbar macht.
Der Fall La Nación zeigt ein Muster: Die Trump-Administration nutzt Einreisebeschränkungen gezielt, um international Druck auf kritische Medien auszuüben – und findet dabei Verbündete in Regierungen, die selbst kein Interesse an unabhängigem Journalismus haben. Dieses Zusammenspiel zwischen autoritären nationalen Regierungen und einer US-Politik, die Pressefreiheit als Verhandlungsmasse behandelt, ist eine ernste Warnung für die globale Medienfreiheit. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie CPJ, die solche Fälle dokumentieren und benennen, sind in diesem Klima wichtiger denn je.