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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

USA entzieht Journalisten aus Costa Rica Visa als Machtmittel

Die USA haben fünf Vorstandsmitgliedern der costa-ricanischen Zeitung La Nación die Einreisevisa entzogen – offenbar als Druckmittel gegen kritischen Journalismus. Das Committee to Protect Journalists wertet dies als systematischen Angriff auf Pressefreiheit, der durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Washington und der costa-ricanischen Regierung ermöglicht wird. Der Fall zeigt, wie staatliche Macht über Visa-Entscheidungen eingesetzt werden kann, um unabhängige Medien mundtot zu machen – ohne Begründung, ohne Transparenz. Für Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern ist das eine Mahnung: Pressefreiheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss aktiv verteidigt werden.

Pressefreiheit ist keine abstrakte Größe – sie entscheidet darüber, ob Bürgerinnen und Bürger überhaupt erfahren, was mächtige Akteure tun. Wenn ein Staat Visa-Entzug als Bestrafung für missliebige Berichterstattung einsetzt, ist das ein direkter Angriff auf die Grundlage demokratischer Kontrolle. Für Menschen ohne Lobby – also für die meisten – ist eine funktionierende unabhängige Presse oft die einzige Instanz, die Machtmissbrauch sichtbar macht.

Der Fall La Nación zeigt ein Muster: Die Trump-Administration nutzt Einreisebeschränkungen gezielt, um international Druck auf kritische Medien auszuüben – und findet dabei Verbündete in Regierungen, die selbst kein Interesse an unabhängigem Journalismus haben. Dieses Zusammenspiel zwischen autoritären nationalen Regierungen und einer US-Politik, die Pressefreiheit als Verhandlungsmasse behandelt, ist eine ernste Warnung für die globale Medienfreiheit. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie CPJ, die solche Fälle dokumentieren und benennen, sind in diesem Klima wichtiger denn je.