USA: Neue Antiterrorstrategie richtet sich gegen Dissens im Inland
Wenn Antiterrorgesetzgebung gezielt genutzt wird, um politischen Dissens zu kriminalisieren, geraten fundamentale demokratische Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit unter Druck. Für offene Gesellschaften weltweit ist die US-amerikanische Rechtspraxis ein Präzedenzfall, der die internationale Menschenrechtsnorm mitprägt. Eine kritische Öffentlichkeit, unabhängige Medien und parlamentarische Kontrolle sind die entscheidenden Gegengewichte zu exekutiver Machtkonzentration.
Die Ausweitung des Terrorismusbegriffs auf innenpolitische Opposition ist ein zentrales Warnsignal für den Zustand der US-amerikanischen Demokratie und hat Signalwirkung für autoritäre Regierungen weltweit. Für Europa und Deutschland stellt sich die Frage, wie transatlantische Partnerschaften neu bewertet werden müssen, wenn ein demokratisch gewählter Staat systematisch Grundrechte als Bedrohung definiert. Zivilgesellschaftliche und parlamentarische Akteure in Deutschland und der EU sollten diese Entwicklungen genau beobachten und in ihre außenpolitischen Positionen einbeziehen.