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Tuesday, 19. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

USA: Trump schwächt Aufsicht über Krypto-Firmen massiv ab

Die US-Regierung unter Trump entzieht einzelnen Bundesstaaten die Aufsicht über große Kryptofirmen, indem sie diesen spezielle Bundesbanklizenzen ermöglicht. Staatliche Behörden verlieren dadurch die Möglichkeit, Verbraucherbeschwerden zu bearbeiten und Unternehmen zu kontrollieren. Das schwächt gezielt jene Schutzstrukturen, die Bundesstaaten wie Maine für ihre Bürgerinnen und Bürger aufgebaut hatten. Wer am Ende zahlt, sind die kleinen Anlegerinnen und Anleger – nicht die großen Plattformen.

Wenn Aufsichtsbehörden gezielt entmachtet werden, verlieren Verbraucherinnen und Verbraucher – besonders die ohne finanzielle und juristische Ressourcen – ihren wichtigsten Schutz vor Betrug und Geldwäsche. Wer Regulierung abbaut, ohne einen gleichwertigen Ersatz zu schaffen, stärkt strukturell jene mit Kapital und Lobbyingmacht auf Kosten derer, die auf staatlichen Schutz angewiesen sind. Demokratische Kontrolle von Märkten ist keine Bürokratie – sie ist eine Grundvoraussetzung für faire gesellschaftliche Teilhabe.

Dass eine Bundesregierung Konzerninteressen über Verbraucherschutz stellt, ist keine Neuigkeit – aber die Methode hier ist besonders perfide: Nicht durch offene Gesetze, sondern durch eine stille Neuinterpretation von Bankenregeln wird staatliche Aufsicht ausgehebelt. Europa und Deutschland täten gut daran, dieses Muster bei der eigenen Krypto-Regulierung (MiCA) im Blick zu behalten. Auch die EU-Debatte über digitale Währungen und deren Aufsicht braucht starke zivilgesellschaftliche Stimmen, die fragen: Wer wird hier eigentlich geschützt?