USA vernachlässigen Menschenrechte in China-Diplomatie
Wenn die USA als ehemals führende Demokratiemacht Menschenrechtsfragen in bilateralen Verhandlungen systematisch zurückstellen, entsteht ein globales Glaubwürdigkeitsvakuum, das autoritäre Systeme stärkt. Für offene Gesellschaften weltweit bedeutet das einen Verlust eines wichtigen diplomatischen Rückhalts – und erhöht den Druck auf Europa, diese Lücke im Menschenrechtsdialog zu füllen.
Dieser Kurswechsel der USA zwingt die EU und damit auch Deutschland zu einer aktiveren Rolle in der Menschenrechtsdiplomatie gegenüber China. Für die europäische Außenpolitik ergibt sich die Chance, glaubwürdiger als Washington als Anwalt universeller Grundrechte aufzutreten. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Parlamente in Europa sollten diesen Moment nutzen, um den Druck auf autokratische Regime eigenständig aufrechtzuerhalten.