Vermögenssteuer: Warum Reiche für Umverteilung eintreten sollten
Extreme Vermögenskonzentration untergräbt demokratische Gleichheit, weil politischer Einfluss zunehmend mit wirtschaftlicher Macht korreliert. Menschen ohne Lobby – und das ist in Ostdeutschland ein besonders vertrautes Gefühl – erleben die Folgen dieser Schieflage täglich in schlechter Infrastruktur, prekären Jobs und fehlendem Zugang zu Bildung. Eine breitere gesellschaftliche Debatte über Vermögenssteuern ist deshalb keine Neidkonferenz, sondern eine Demokratiefrage.
Für Mecklenburg-Vorpommern, eine der einkommens- und vermögensärmsten Regionen Deutschlands, ist das Thema besonders relevant: Hier fehlt kommunalen Haushalten das Geld für Schulen, Nahverkehr und Daseinsvorsorge. Eine effektive Vermögensbesteuerung könnte genau jene öffentlichen Mittel freisetzen, die strukturschwache Regionen dringend brauchen. Die Frage, wer das verhindert und warum, sollte auch in der ostdeutschen Öffentlichkeit lauter gestellt werden.