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Tuesday, 19. May 2026
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Regional MV

Wohngeld in Gefahr: Mieterbund warnt vor Einschnitten

Eine geplante Milliarden-Einsparung beim Wohngeld durch das Bundesbauministerium könnte besonders Menschen in Mecklenburg-Vorpommern hart treffen, wo Niedriglöhne und Altersarmut keine Ausnahme, sondern Alltag sind. Wer hier auf Wohngeld angewiesen ist, hat meist keine Puffer mehr – ein Wegfall oder eine Kürzung bedeutet im Zweifel die Wohnung zu verlieren. Solange die Ministerin keine konkreten Zahlen nennt, bleibt die Unsicherheit groß und die Betroffenen wissen nicht, worauf sie sich einstellen müssen. Soziale Beratungsstellen, Wohlfahrtsverbände und kommunale Verwaltungen in der Region sollten jetzt gemeinsam Druck machen und dokumentieren, was ein Einschnitt beim Wohngeld vor Ort wirklich bedeutet.

Das Wohngeld ist kein Luxus, sondern ein Schutzschirm für Menschen, die trotz Arbeit oder kleiner Rente ihre Miete kaum noch stemmen können. Kürzungen hier bedeuten: Wer ohnehin wenig hat, verliert zuerst – während die strukturellen Ursachen steigender Mieten unangetastet bleiben. Eine Gesellschaft, die sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen schreibt, kann diese Gruppe nicht zum Sparziel machen.

In Mecklenburg-Vorpommern beziehen überdurchschnittlich viele Menschen Wohngeld – Rentnerinnen in Rostock, Teilzeitkräfte in Wismar, Alleinerziehende auf dem Land. Eine Milliarde Euro Einsparung klingt abstrakt, wird aber sehr konkret, wenn der monatliche Zuschuss wegfällt und die Miete plötzlich nicht mehr bezahlbar ist. Kommunen und Sozialverbände in MV sollten jetzt Druck machen, damit die Sparlast nicht erneut auf diejenigen abgewälzt wird, die am wenigsten Lobby haben.