Ziobro flieht in die USA – der Tag, an dem Ungarn sich änderte
Dieser Fall zeigt, wie politische Freundschaften zwischen autoritär gesinnten Regierungen dazu genutzt werden können, mutmaßliche Straftäter dem Zugriff der Justiz zu entziehen – auf Kosten von Rechtsstaat und demokratischer Rechenschaftspflicht. Wenn Regierungen wie die Orbáns Asylrecht instrumentalisieren, um Verbündete zu schützen, wird ein Grundprinzip offener Gesellschaften – dass niemand über dem Gesetz steht – gezielt untergraben. Der Machtwechsel in Ungarn zeigt aber auch, dass demokratische Mehrheiten solche Strukturen verändern können.
Das Geschehen markiert einen Wendepunkt in der europäischen Rechtspopulismus-Allianz: Ungarn unter Magyar ist kein sicherer Hafen mehr für Orbáns Verbündete, und das Trump-Netzwerk sucht offenbar nach neuen Ankerpunkten in Europa. Für die Demokratiebewegungen in Polen und Ungarn ist das ein konkreter Erfolg – zeigt aber auch, wie tief internationale Netzwerke sitzen, die nationalistische Akteure vor Strafverfolgung schützen. Die Frage, welche rechtsstaatlichen Mechanismen auf EU-Ebene gestärkt werden müssen, um solche Fluchtwege systematisch zu schließen, bleibt drängend.